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Autor / Student: Janna Herold Hochschultyp: Universität [Uni] Hochschule: Bergische Universität Wuppertal Sprache: Deutsch Jahr der Abgabe: 2009 Note: 1.0 Umfang: 87 Seiten Dateiformat / Größe der Arbeit: Adobe PDF (*.pdf) / 2.062 KB)
Schule und Deutschunterricht ? sind sie up to date? Erscheinen sie modern genug, um unsere Schülerinnen und Schüler auf die medialisierte Lebenswelt vorzubereiten? Fällt es in ihren Aufgabenbe-reich, sich mit virtuellen Lebenswelten und neuen Sprachverwendungen zu beschäftigen, die für Jugendliche im 21. Jahrhundert keine Kuriosität mehr sind? U got2b joking ;-) könnte die chatsprachliche Transformation von Kritikern medialer Kommunikationsprozessen in Schulen sein. ?Dem Sprachverfall, gekennzeichnet durch solche Wendungen, gehört entgegengewirkt?, wäre ihre Antwort. Es ist zu vermeiden, dass in deutschen Schulen misslicher Weise Aufsätze in SMS und Chatsprache abgeliefert werden ? wie 2003 in Schottland, als ein Mädchen über die Sommerferien folgendermaßen berichtet: My smmr hols wr CWOT. B4, we usd 2 go 2 NY 2C my bro, his GF & thr 3 :-@ kds FTF. Zudem verbringen Jugendliche schon genug Zeit mit Medien. In der Schule besteht die Möglichkeit des Miteinanders, des Gesprächs ? in diesem Bereich muss nicht auch noch der mediale Umgang gefördert und als gut befunden werden. Vielmehr sollte der Deutschunterricht Lernende dazu animieren wieder Bücher in die Hand zu nehmen. Andererseits verweben sich in den Neuen Medien Innovationen und Kreativität, neue Welten lassen erfinderische Sprachvarianten entste-hen und Jugendliche nehmen selbst Anteil daran. Ist es nicht phäno-menal, dass chatsprachliche Phrasen, wie z.B. die obige, mittels Akro-nymen, Tilgungen, Homonymen und Smileys eine sinnvolle sprachliche Botschaft vermitteln? Auch im Bereich der Literaturwissenschaft tritt internetbasierte Literatur als Hypertextkonstruktion auf. Und die Technisierung schreitet weiter. Die Frankfurter Buchmesse präsentierte dieses Jahr neben dem E-Book Handy-Bücher. Das habtische Buchvergnügen tritt in den Hintergrund. Stattdessen lautet das Motto: ?Besitze ein tech-nisches Gerät und habe alle literarischen Werke dabei.? Es stellt sich die Frage, inwiefern dieser Fortschritt Eingang in die Schule und speziell in den Deutschunterricht finden sollte. Kann nicht genau dieser Diskurs von Sprachverfall und Innovation der Sprache in Neuen Medien eine spannende Thematisierung im Deutschunterricht finden? Welche Chancen Neue Medien für den Deutschunterricht bieten und warum die Schule sich nicht vor ihnen verschließen darf, wird in dieser Arbeit herausgestellt. Darüber hinaus findet Berücksichtigung welche Möglichkeiten Neue Medien als Medium im Unterricht bieten. Das Augenmerk liegt hierbei auf der Chatkommunikation und ihrer sprachlichen Besonderheit. Im zweiten Kapitel wird der Terminus ?Neue Medien? behandelt: Was sind die Neuen Medien? Worin besteht der Unterschied zu alten oder traditionellen Medien? Kann überhaupt von Neuen Medien gesprochen werden oder ist dieser Begriff irreführend? Die begriffliche Klärung ist wichtig für den schulischen Zusammenhang, denn hier muss für Lehrende eindeutig klar sein, was gemeint ist, wenn vom ?Einsatz Neuer Medien im Unterricht? die Rede ist. Das dritte Kapitel schließt an mit einem Überblick über linguistische Interessengebiete der Chatkommunikation. Neben einem kurzen, technischen Umriss des Gebiets soll geklärt werden, ob Chat in den textlinguistischen oder diskurstheoretischen Forschungsbereich gehört. Weiterhin erfahren sprachspezifische Besonderheiten eine Vorstellung aber auch das Phänomen der Anonymität im Netz. Das Ziel soll sein, eine linguistische Grundlage für Chatkommunikation im Deutschunterricht zu geben. So kann die Überleitung zum vierten Kapitel, dem didaktischen Teil der Arbeit folgen. Hier wird der Frage nachgegangen, warum Neue Medien in der Schule wünschenswert sind. Dazu soll erstens die Art und Weise skizziert werden, wie Jugendliche täglich der Vielfalt ?Neuer Medien? entgegentreten. Zweitens soll die Frage beantwortet werden, welche Kompetenzen durch die Schule, besonders durch den Deutschunter- richt zur Bewältigung dieser Vielfalt vermittelt werden können und müssen. Darüber hinaus werden Forderungen des Lehrplans, der Kultusministerkonferenz und des Schulgesetzes im Hinblick auf Medien im Unterricht vorgestellt. Damit ist die Basis gegeben für das fünfte Kapitel, in dem versucht wird, die didaktischen Möglichkeiten herauszuarbeiten, die zu einem niveauvollen und sinnvollen Deutschunterricht in der Sekundarstufe I führen können, obwohl sie auf dem Einsatz eines ?Plaudermediums? der jugendlichen Freizeitwelt beruhen. Anhand der Chatkommunikation werden didaktische Möglichkeiten aufgezeigt, die Lernende nicht nur in dem Bereich Neuer Medien schulen, sondern zusätzlich andere Kompetenzen fördern.
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keine!